Kühltruhen im Supermarkt: Wenn Hacker die Kälte abdrehen
Veröffentlicht am 08.11.2026
In mehreren europäischen Ländern sind Supermärkte erneut Ziel von Cyberangriffen geworden. In mindestens sieben Ländern meldeten Ketten, dass die Temperatur in Kühlschränken und Tiefkühltruhen über Nacht stark gestiegen ist, in manchen Fällen bis auf 50 Grad. Betroffen waren unter anderem Belgien, Estland, Irland, Finnland, Luxemburg, die Niederlande und Schweden.
Was passiert ist
Ein Cyberangriff bedeutet, dass Unbekannte über das Internet in ein Computersystem eindringen. In diesem Fall griffen die Täter die Steuerung der Kühlgeräte an. Die Geräte lassen sich heute oft aus der Ferne überwachen und einstellen, und genau das macht sie angreifbar.
Der Vorfall ähnelt einem Angriff in Frankreich im vergangenen Monat. Dort sollen Hacker die Kühlung in bis zu 700 Supermärkten übernommen haben. Die Folgen waren Brände und Lebensmittelverluste in Höhe von schätzungsweise zig Millionen Euro.
Was Kunden und Betriebe erlebt haben
In einigen Filialen standen die Kühltruhen leer, weil Ware entsorgt werden musste. Ein Supermarkt in Belgien hängte ein Schild auf, dass wegen Cyberangriffen keine Produkte im Kühlbereich verfügbar seien. Die Techniker mussten die betroffenen Anlagen stundenlang vom Netz trennen. Auch Möbelhäuser mit Lebensmittelbereich waren betroffen.
In Estland konnte der Angriff nach eigenen Angaben innerhalb weniger Minuten gestoppt werden, größerer Schaden entstand dort nicht. Das zeigt, wie wichtig schnelle Reaktion und gute Überwachung sind.
Warum das auch Kleinbetriebe angeht
Die schwedische Cybersicherheitsbehörde stellte fest, dass im Land viele technische Geräte offen im Netz erreichbar sind und dringend aktualisiert werden müssen. Das gilt nicht nur für große Ketten. Auch Bäckereien, Metzgereien, Gaststätten oder Hofläden nutzen häufig vernetzte Kühlgeräte.
Wer solche Geräte betreibt, kann einige Schritte gehen:
- Updates einspielen: Software von Kühlanlagen und Steuerungen regelmäßig aktualisieren lassen.
- Fernzugriff prüfen: Nur wirklich nötige Zugänge aus der Ferne erlauben und mit starken Passwörtern sichern.
- Temperatur überwachen: Einen Alarm einrichten, der sich meldet, wenn es zu warm wird.
- Notfallplan erstellen: Festlegen, wer im Ernstfall anruft, wer die Ware umlagert und wer den Lieferanten informiert.
Wer sich grundsätzlich mit Sicherheit im eigenen Betrieb beschäftigen möchte, findet im Beitrag Wenn ein Testangriff in fremde Systeme führt: Was Kleinbetriebe daraus lernen weitere Anregungen.
Fazit
Vernetzte Technik spart Zeit und Strom, schafft aber neue Angriffsflächen. Die Vorfälle in Europa zeigen, dass Sicherheit bei Geräten, die Lebensmittel kühlen, kein Randthema ist. Prüfen Sie daher, welche Ihrer Geräte aus der Ferne erreichbar sind, und sorgen Sie dafür, dass jemand für Updates und Alarme zuständig ist.