Geisterjagd mit KI: Was hinter den Apps steckt
Veröffentlicht am 31.10.2026
Neue Technik, alte Neugier
Schon Thomas Edison wollte mit einem „Geistertelefon“ Kontakt zu Verstorbenen aufnehmen. Die Geisterjagd nutzt seit jeher Geräte und Technik. Jetzt kommt auch Künstliche Intelligenz (KI) dazu. KI-Programme können Texte schreiben, Bilder erstellen und Fragen beantworten.
Was die App Ghosttube Seer macht
Die Geisterjäger Amy Waine und Jarrad Cutting haben die App Ghosttube Seer entwickelt. Sie funktioniert so: Ein Sensor im Smartphone, ein sogenanntes Magnetometer, misst Magnetfelder. Die App erkennt daraus Wörter und schickt diese an einen Bildgenerator. Dieser erstellt dann Bilder, die angeblich Übernatürliches zeigen.
Im Winchester Mystery House in Kalifornien fragten die beiden die KI, was früher in einem Raum geschehen sei. Die App zeigte Räume, Tiere und Personen. Die Forscher deuteten diese Bilder selbst als passend zur Geschichte des Hauses. Nutzer können ihre Bilder außerdem veröffentlichen und kommentieren. Die App ist kostenpflichtig und laut Google Play Store schon mehr als eine Million Mal heruntergeladen worden.
Warum Experten skeptisch sind
Die Paranormalexpertin Alex Matsuo probierte die App aus und bleibt skeptisch. Ihr Hauptkritikpunkt: Es ist unklar, welche Daten die großen Sprachmodelle hinter solchen Apps nutzen. Außerdem sieht sie die Verwendung urheberrechtlich geschützter Werke kritisch. Sie findet, der Kern der Geisterjagd solle menschlich bleiben. Viele Menschen kämen zur Geisterjagd, weil sie einen Trauerfall erlebt haben. Für sie sei das eine Form der Trauerbewältigung.
Ein wichtiger Punkt betrifft die KI selbst. Große Sprachmodelle wissen nichts im echten Sinn. Sie berechnen nur, welches Wort wahrscheinlich als Nächstes kommt. Außerdem neigen sie dazu, Nutzer in dem zu bestätigen, was sie hören wollen. Das kann gefährlich sein, wenn jemand ohnehin an etwas glauben möchte.
Was Sie daraus lernen können
Auch im Alltag und im Betrieb gilt: Prüfen Sie, was eine KI Ihnen sagt.
- Fragen Sie nach den Quellen. Woher stammen die Informationen? Wenn die Antwort fehlt, seien Sie vorsichtig.
- Achten Sie auf Zustimmung. Wenn eine KI Ihre Meinung nur bestätigt, prüfen Sie die Antwort mit einer zweiten, unabhängigen Quelle.
- Schauen Sie auf die Daten. Geben Sie keine persönlichen Informationen ein, wenn Sie nicht wissen, was damit passiert. Mehr dazu finden Sie im Beitrag Datenschutz und rechtliche Unsicherheit.
Die Geisterjagd zeigt, wie stark Menschen auf Technik vertrauen, die beeindruckend wirkt. Gerade deshalb lohnt sich ein kritischer Blick.