KI im Studium: Warum Mathe-Hausaufgaben an Wert verlieren
Veröffentlicht am 31.10.2026
Was ist passiert?
Der Mathematikprofessor Richard Borcherds von der University of California, Berkeley, benotet die Hausaufgaben seiner Studierenden nicht mehr. Er hält es für sinnlos, Lehrkräfte dafür zu bezahlen, Hausarbeiten auf Richtigkeit zu prüfen. Der Einsatz von KI sei unvermeidbar geworden. Er beobachtet, dass viele seiner Studierenden KI nutzen, um ihre Aufgaben zu lösen, und dabei regelmäßig Bestnoten erzielen.
Wie verbreitet ist KI im Studium?
KI-Programme wie ChatGPT schreiben Texte und beantworten Fragen. Laut einer OpenAI-Analyse nutzen College-Studierende in den USA ChatGPT häufiger als jede andere Zielgruppe. In Deutschland zeigt eine bundesweite Befragung der Hochschule Darmstadt: 92 Prozent der Befragten nutzen solche Werkzeuge zumindest gelegentlich. Häufig geht es um Verständnisfragen sowie um das Erstellen, Analysieren und Übersetzen von Texten.
Warum Prüfen so schwierig ist
Manche Hochschulen setzen auf KI-Detektoren. Das sind Programme, die erkennen sollen, ob ein Text von einer KI stammt. Die Universität in Berkeley testete mehrere dieser Werkzeuge und kam zu dem Schluss, dass sie sich nicht für einen einheitlichen Einsatz eignen. Ein Beispiel aus Australien zeigt das Problem: Der dortige Detektor soll im Jahr 2024 fast 6.000 Fälle mutmaßlichen Fehlverhaltens gemeldet haben. Davon erwiesen sich 90 Prozent als Fehlalarm.
Was die Hochschule nun tut
Die Universität verlangt von Lehrkräften, in die Kurserwartungen eine Erklärung aufzunehmen, wie KI-Werkzeuge bei Kursarbeiten eingesetzt werden dürfen. Je nach Thema und Kursniveau kann diese Regel anders ausfallen. Auch Betriebe brauchen klare Regeln für den KI-Einsatz, wie die KI-Richtlinie für den kleinen Betrieb zeigt.
Die Frage nach der Zukunft
Borcherds weiß selbst nicht mehr, ob er jungen Menschen noch rät, Mathematik zu studieren. Vor fünf Jahren galt der Beruf noch als einer der sichersten. Er sagt: „Ich habe keine Ahnung, was ich raten soll.“ Sogar ChatGPT habe ihm darauf keine klare Antwort gegeben. Die neu gegründete Association for Human Mathematics will die Mathematik als menschliches Unterfangen schützen.
Was heißt das für Studierende?
Wer wissen will, welche KI-Regeln im eigenen Kurs gelten, sollte zuerst in die Kursbeschreibung schauen. Dort steht, was erlaubt ist und was nicht. Die Frage, welche Fähigkeiten im KI-Zeitalter wichtig bleiben, ist offen. Sie gilt für Studierende genauso wie für Lehrende.
Quelle: https://t3n.de/news/ki-studium-mathe-benotung-sinnlos-1769844/