KI-Agent löscht Dateien? Warum ein Rückweg wichtig ist
Veröffentlicht am 31.10.2026
Ein KI-Agent ist ein Programm, das selbstständig Aufgaben erledigt, zum Beispiel Dokumente sortiert, Daten ändert oder Nachrichten verschickt. Wer solche Programme im Büro einsetzt, sollte auch wissen, wie man Fehler wieder rückgängig macht.
Was ist passiert?
Der Softwarehersteller Veeam hat ein neues Zusatzprogramm vorgestellt. Es soll erkennen, welche KI-Agenten auf Dateien in Microsoft 365 zugreifen. Microsoft 365 ist eine Sammlung von Büroprogrammen und Diensten, zu denen auch Dateiablagen wie SharePoint und OneDrive sowie Teams und E-Mail gehören. Das Programm kann Änderungen einzelner Dateien bei Bedarf zurücknehmen.
Der Anlass ist ein Fall aus Spanien. Dort hat die Datenschutzbehörde einen Vorfall öffentlich gemacht: Ein Agent eines Dritten soll nach Schwachstellen gesucht, persönliche Daten verändert und auf Rechnungen zugegriffen haben. Die Angaben stammen von der betroffenen Organisation und werden noch geprüft.
Warum ein einfacher Rückweg nicht reicht
Ein Unternehmen muss Datenpannen innerhalb von 72 Stunden melden. Dafür muss es wissen, welche Daten sich geändert haben und wie sie vorher aussahen. Ein sogenannter Wiederherstellungspunkt, also eine Sicherungskopie zu einem bestimmten Zeitpunkt, reicht dafür nicht aus. Der Veeam-Chef spricht deshalb von einer „Wiederherstellungskarte“. Sie zeigt, was zurückgesetzt werden soll und was nicht.
Was Betriebe daraus lernen können
Auch kleine Betriebe sollten sich vorher einige Fragen stellen:
- Welche KI-Programme haben Zugriff auf meine Dateien? Oft läuft eine Funktion mit, die man kaum bemerkt.
- Wer darf was ändern oder löschen? Weniger Rechte bedeuten weniger Schaden.
- Kann ich nachvollziehen, was ein Programm getan hat? Eine Liste der Aktionen hilft bei der Meldung und bei der Wiederherstellung.
- Gibt es Sicherungskopien, die ich einzelnen Dateien zuordnen kann?
Laut dem Veeam-Bericht „Data Trust & Resilience Report 2026“ setzen 88 Prozent der Unternehmen KI-Agenten ein oder testen sie. Als wirklich KI-reif gelten allerdings nur 7 Prozent. Die Lücke zwischen Einsatz und Kontrolle ist also groß.
Fazit
KI-Agenten können nützlich sein, doch sie brauchen klare Regeln. Wer sie nutzt, sollte Zugriffe begrenzen, Änderungen nachvollziehbar machen und Sicherungen prüfen. Grundlagen dafür finden Sie im Beitrag KI im Büro sicher nutzen.