Ein KI-Assistent, der im Hintergrund arbeitet: Was OpenAI mit „dots“ vorhat
Veröffentlicht am 31.10.2026
Die meisten KI-Programme warten, bis man ihnen etwas fragt. Ein neuer Typ geht weiter: Er arbeitet auch dann, wenn niemand etwas von ihm verlangt. Genau das ist der Kern von „dots“, dem persönlichen Assistenten, den OpenAI Ende September auf seiner Entwicklertagung vorgestellt hat. Entwickler sind Menschen, die Programme schreiben.
Vom Programmierwerkzeug zum Assistenten
OpenAI hat zunächst Werkzeuge für Softwareentwickler gebaut. Mit der Codex-App lässt sich vieles auch für den Alltag tun, aber nur mit viel Aufwand und Anleitung durch den Nutzer. dots nutzt im Kern dieselbe Technik, ist aber einfacher verpackt. Laut Alexander Embiricos, der das Produktteam für Unternehmen leitet, kommt es weniger auf neue Technik an als darauf, wie man sie dem Nutzer erklärt und wie sie sich anfühlt.
Der Name spielt auf den leeren Raum im OpenAI-Logo an. Er soll einfach wirken, als könnte er bald überall üblich sein.
Was der Assistent kann
dots gibt es in der ChatGPT-App für Computer und Handy, aber nur für Abonnenten der Stufe Pro oder höher. Die Preise beginnen bei 100 Dollar im Monat. Ist der Assistent mit Kalender, E-Mail, Computer und anderen Werkzeugen verbunden, versucht er, Arbeit zu erledigen oder vorzubereiten. Er soll zum Beispiel Terminkonflikte und nahende Fristen melden.
Im Test zeigte sich: Das Vorausdenken ist oft nützlich, aber noch nicht ausgereift. In einer frühen Entwicklungsphase kam ein Hinweis nur drei Minuten vor dem Termin. Embiricos erwartet, dass sich das Timing verbessert.
Warum „von sich aus“ wichtig ist
Der Assistent wartet nicht auf Befehle, sondern denkt selbst mit. Embiricos berichtete von einem Ingenieur bei einem Start-up für Drohnenlieferungen. Dessen Assistent hatte eine Störung bemerkt, sie analysiert und Lösungsvorschläge vorbereitet, bevor der Mensch sie überhaupt bemerkte. Für den Anbieter bedeutet das aber auch mehr Rechenaufwand.
Datenschutz bleibt die große Frage
Ein Assistent, der viel über Sie weiß, braucht viele Daten. Laut OpenAI gelten für dots dieselben Datenschutz-Einstellungen wie für ChatGPT. Man kann etwa verhindern, dass die eigenen Gespräche zum Training genutzt werden, und festlegen, auf welche Teile des Computers der Assistent zugreifen darf. Diese Einstellungen sind aber nicht sehr fein abstufbar, und der Assistent kann drängend wirken. So nimmt er zum Beispiel keinen reinen Lesezugriff auf Cloud-Ordner an. Embiricos räumte ein, dass feinere Einstellungen nötig sind.
Welche rechtlichen Fragen Betriebe dabei beachten sollten, erklärt der Beitrag Datenschutz und rechtliche Unsicherheit.
Was Sie daraus mitnehmen
Ein Assistent, der im Hintergrund läuft, kann viel Arbeit abnehmen. Prüfen Sie vorher genau, welche Zugriffe Sie erlauben, und testen Sie, ob die Hinweise rechtzeitig kommen.