Ausnahme bei der KI-Nutzung: Ein Mann in den USA muss aus Gewissensgründen keine KI verwenden

Veröffentlicht am 31.10.2026

Darf man sich weigern, bei der Arbeit Künstliche Intelligenz (KI) zu nutzen? In den USA gibt es dazu jetzt einen ersten bekannten Fall. Er zeigt, wie Arbeitgeber mit solchen Wünschen umgehen können.

Was passiert ist

David Durman arbeitet als Forschungsadministrator an der University of Kentucky. Die Hochschule bat ihre Mitarbeitenden, KI in ihre Arbeitsabläufe einzubauen. Durman wollte das nicht. Er sagt, das eigene Nachdenken über schwierige Situationen gehöre zu seiner Entwicklung als moralischer Mensch. Wer diese Arbeit an eine Maschine abgebe, untergrabe seine Fähigkeit, moralisch zu handeln.

Mit Hilfe einer Organisation namens American Humanist Association stellte Durman einen Antrag. Er berief sich auf eine Regel, nach der Arbeitsanforderungen geändert werden können, wenn sie religiösen Überzeugungen im Weg stehen. Die Universität stimmte zu. Die Regel bezieht sich eigentlich auf Religion, Durman argumentiert aber vor allem mit Ethik. Das zeigt, wie schwierig solche Fälle rechtlich sein können.

Warum das auch kleine Betriebe betrifft

Wer mit KI arbeitet, sollte wissen, dass sie nicht immer neutral ist. Eine Untersuchung des Unternehmens Anthropic zeigt, wie stark Menschen den Vorschlägen einer KI folgen. In einem Test sollten Teilnehmende als Expertinnen und Experten urteilen. 86 Prozent übernahmen die Meinung und Empfehlung der KI. Viele von ihnen waren trotzdem überzeugt, die Entscheidung sei ihre eigene gewesen. Nur 15 Prozent erwähnten überhaupt, dass eine KI beteiligt war.

Eine MIT-Studie kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. KI-erzeugte Inhalte können falsche Erinnerungen hervorrufen, und Betroffene sind davon oft besonders überzeugt. Für den Betriebsalltag heißt das: KI-Antworten sind Vorschläge, keine sicheren Wahrheiten.

Was Betriebe daraus lernen können

Der Fall aus Kentucky ist ein Einzelfall. Er macht aber deutlich, dass der Umgang mit KI nicht nur eine technische, sondern auch eine persönliche und ethische Frage ist.

Quelle: https://www.heise.de/news/Ausnahmeerlaubnis-Mann-muss-wegen-Religion-keine-KI-nutzen-11506630.html