Gefälschte Erweiterung für Claude: Was Entwickler jetzt prüfen sollten
Veröffentlicht am 31.10.2026
Ein Zusatzprogramm, das in der Entwicklungsumgebung Cursor angeboten wurde, enthielt eine versteckte Hintertür. Die Erweiterung gehörte zu Anthropic, dem Hersteller des KI-Modells Claude. Eine Erweiterung ist ein kleines Zusatzprogramm, das eine Software um Funktionen erweitert. Eine Hintertür (englisch „Backdoor“) ist ein versteckter Zugang, über den Fremde auf einen Computer gelangen können.
Was genau passiert ist
Nach Angaben von Cursor war die Version 2.1.313 betroffen. Sie wurde über das offizielle Konto von Anthropic im Store von Cursor veröffentlicht. Anthropic lud einige Stunden später die Version 2.1.314 hoch. Wie Angreifer Zugriff auf das Konto bekamen, ist noch nicht geklärt. Laut Berichten waren höchstens 5.000 Nutzer betroffen.
Die Schadsoftware sollte einen dauerhaften SSH-Zugang einrichten. SSH ist ein Verfahren, mit dem man sich aus der Ferne an einem Computer anmelden kann. Außerdem sammelte sie Informationen über den Rechner, etwa Benutzername, Betriebssystem und Namen von Umgebungsvariablen. Diese Namen helfen Angreifern, Zugangsdaten zu Cloud-Diensten und Schlüssel für Programmierschnittstellen aufzuspüren. Die Schadsoftware war laut Berichten fehlerhaft, konnte deshalb in einigen Fällen nicht arbeiten. Trotzdem gilt sie als ernst zu nehmende Bedrohung.
Wer betroffen sein könnte
Wer die Erweiterung zwischen 5:27 Uhr und 16:35 Uhr US-Ostküstenzeit an dem genannten Donnerstag installiert oder aktualisiert hat, sollte sich als betroffen betrachten. Cursor aktualisiert Erweiterungen standardmäßig automatisch. Wer das nicht ausgeschaltet hat, kann also auch ohne eigenes Zutun betroffen sein.
Wichtig: Die neue Version löscht keine Infektion. Wer das sichere Update installiert, ist also nicht automatisch sicher.
Was Sie jetzt tun sollten
- Prüfen Sie in Cursor, ob die Erweiterung von Anthropic installiert ist und welche Version läuft.
- Schauen Sie in den Einstellungen nach, ob die automatische Aktualisierung aktiv ist, und schalten Sie sie bei Bedarf aus.
- Suchen Sie auf dem Rechner nach fremden SSH-Schlüsseln, etwa in der Datei authorized_keys. Ein unbekannter Schlüssel ist ein deutliches Warnzeichen.
- Ändern Sie Passwörter, Cloud-Zugangsdaten und Zugangsschlüssel für Programmierschnittstellen, die auf dem Gerät gespeichert waren.
- Die Hinweise auf Angriffsspuren, etwa IP-Adressen und Prüfsummen, stehen in den Mitteilungen von Cursor und der Sicherheitsfirma Phorian.
Anthropic hat die Kunden bisher nicht öffentlich gewarnt. Auch Fragen zur Ursache beantworteten beide Unternehmen nicht. Das ist ein Grund mehr, selbst nachzusehen.
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