KI im Alltag von Selbstständigen: Was die neuen Zahlen zeigen
Veröffentlicht am 27.10.2026
Wer allein arbeitet oder einen sehr kleinen Betrieb führt, fragt sich oft: Lohnt sich künstliche Intelligenz (KI) überhaupt für mich? Eine aktuelle Umfrage des ifo Instituts, einer Forschungseinrichtung für Wirtschaft, gibt darauf eine klare Antwort.
Gemeint sind Soloselbständige, also Menschen, die ohne Angestellte selbstständig arbeiten. Dazu kommen Kleinstunternehmen, das sind sehr kleine Betriebe mit wenigen Beschäftigten.
Der Einsatz ist stark gestiegen
Aktuell nutzen 51,2 Prozent der Befragten KI in ihren Geschäftsprozessen. Geschäftsprozesse sind die Abläufe, mit denen ein Betrieb sein Geld verdient und seine Arbeit organisiert. Im Jahr 2025 waren es noch 30,4 Prozent. Weitere 16,2 Prozent planen den Einstieg.
In der gesamten Wirtschaft liegt der Anteil bei 54,5 Prozent. Der Abstand ist also inzwischen gering. ifo-Expertin Katrin Demmelhuber sagt: „KI ist für Selbständige kein Zukunftsthema mehr.“ Die Werkzeuge seien im Alltag angekommen.
Wofür die Selbstständigen KI nutzen
Die meisten greifen auf fertige Angebote zurück. Knapp 59 Prozent nutzen kostenpflichtige KI-Dienste, 53 Prozent kostenlose Tools. Nur 7 Prozent setzen auf selbst entwickelte KI-Systeme.
Typische Einsatzgebiete sind:
- Recherche und Informationssuche
- Ideen sammeln
- Texte und Inhalte erstellen
- Übersetzungen
- Marketing und Vertrieb
Ein praktischer Tipp: Beginnen Sie mit einer Aufgabe, die Sie oft wiederholen, etwa dem Entwurf eines Angebots. Prüfen Sie das Ergebnis danach immer selbst. Wer außerdem festlegen möchte, wie im Betrieb mit KI umgegangen wird, findet in KI-Richtlinie fuer den Betrieb einen Ausgangspunkt.
Die Stimmung bleibt wackelig
Die Umfrage misst auch die Stimmung in den Betrieben. Der sogenannte Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex zeigt, wie zufrieden Selbständige mit ihrem laufenden Geschäft sind und wie sie die nächsten Monate einschätzen. Je höher der Wert, desto besser die Stimmung.
Nach einer sehr schlechten Stimmung im April verbesserte sich der Wert im Mai von -29,9 auf -27,7 Punkte. Die Unzufriedenheit mit dem laufenden Geschäft nahm ab, und der Blick nach vorn fiel etwas weniger pessimistisch aus. Trotzdem liegt das Geschäftsklima der Selbständigen deutlich unter dem der Gesamtwirtschaft. Demmelhuber fasst es so zusammen: Die Lage habe sich leicht stabilisiert, bleibe aber fragil.
Fazit
KI gehört für viele Soloselbständige und Kleinstunternehmen inzwischen zum Arbeitsalltag. Wer noch nicht startet, muss nicht gleich groß einsteigen. Ein kleiner, klar umrissener Versuch mit einem Werkzeug reicht oft für den ersten Eindruck.
Quelle: https://www.ifo.de/fakten/2026-06-16/selbstaendige-setzen-staerker-auf-kuenstliche-intelligenz